Ausgangslage

In vielen Ländern, in denen die Migros einkauft oder Kuoni ihre Touristen schickt, sind Menschenrechte nur auf dem Papier gültig. In Sweat-Shops schuften Frauen, Männer und Jugendliche bis zum Umfallen und werden oft wie gefangen gehalten. Oder es werden Kinder und junge Frauen und Männer an Sextouristen verkauft – auch aus der Schweiz. Wie schützt sich ein Unternehmen davor, mit solchen Praktiken in Verbindung gebracht zu werden? Wie kann es sicher gehen, nicht mit solchen Lieferanten und Vertragshotels zu tun zu haben, die Menschenrechte mit Füssen treten?

Vorgehen

In beiden Unternehmen, sowohl bei der Migros wie auch bei Kuoni war ich massgeblich an der Ausarbeitung eines sogenannten Verhaltenskodex beteiligt. Bei der Migros regelte der Verhaltenskodex pionierhaft mit allen Non-Food und später auch Food-Lieferanten die Arbeitsbedingungen, die alle Lieferanten einzuhalten haben: Verbot der missbräuchlichen Kinderarbeit etwa, oder Vorschriften über Mindestlöhne, Versammlungsfreiheit und Antidiskriminierung. Dieser Verhaltenskodex wurde von der Business Social Compliance Initiative (BSCI) übernommen und wird von vielen europäischen Firmen angewendet. Bei Kuoni regelt der Verhaltenskodex u.a. die Einhaltung der Menschenrechte. Dies führt dazu, dass alle Vertragshotels, die mit Kuoni zusammenarbeiten, vertraglich erklären, dass sie Kindersextourismus ächten und mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen.

Resultat

Der BSCI-Verhaltenskodex basiert heute explizit auf den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation auf der Menschenrechtserklärung der Vereinigten Nationen und auf weiteren internationalen Regelwerken. Er wird in der ganzen Welt breit angewendet. Ebenfalls gehört der Kampf gegen Kindersextourismus zum guten Ton und auch Kuoni exponiert sich verdienstvollerweise dagegen.